Projekt Weltethos

  1. Einleitung: «Projekt Weltethos» als Herausforderung für den Unterricht
  2. Situierung des Projektes im Rahmen des Luzerner Modells des Religionsunterrichts an Gymnasien
  3. Konzept und Zielsetzungen des «Projektes Weltethos»
  4. Projektverlauf: Einführung - Informationsphase - Projektphase - Auswertungs-phase
  5. Evaluation des Projektes
    5.1 Evaluation der Schüler/innen
    5.2 Weiterführende Perspektiven aus religionspädagogischer Sicht
  6. Anhang: Hinweise auf Literatur und Hilfsmittel

5. Evaluation des Projektes

5.1 Evaluation der Schüler/innen

In einer schriftlichen Evaluation nahmen zum Abschluss alle Schülerinnen und Schüler eine persönliche Auswertung des Projektes vor. Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler fielen in der Regel differenziert aus: Der zeitliche Aufwand für das Projekt sei wesentlich grösser gewesen, als man ursprünglich erwartet hatte, doch dieser Aufwand habe sich durchaus gelohnt, lautete der Grundtenor einer grossen Mehrheit der Rückmeldungen:

Einzelne Schülerinnen und Schüler gaben auch kritische Rückmeldungen zum Filmprojekt: Ausschlaggebend für die negative Bewertung waren in der Regel technische Schwierigkeiten oder zeitliche Engpässe. Andere Stimmen – sie wurden vorwiegend von Schülern der 6. Klasse laut – wiesen darauf hin, dass ihnen die Noten anderer Fächer an der Kantonsschule wichtiger seien als das Fach «Religionskunde und Ethik» und deshalb das Projekt für sie viel zu aufwändig gewesen sei: «In der sechsten Klasse haben wir Abschlussfächer, die oberste Priorität für mich haben und die viel Zeit benötigen, deshalb empfand ich das Interview als allzu grossen Aufwand für ein 1-Stunden-Fach», monierte ein Schüler.

 

Ganzheitlicher Lernprozess

In den meisten Rückmeldungen wurde indessen betont, man habe aus den gemachten Erfahrungen viel lernen können. Viele Schüler/innen wiesen darauf hin, dass beim Projekt ein Lernprozess auf ganz verschiedenen Ebenen (inhaltlich, persönlich, arbeitstechnisch, sozial) stattgefunden habe.
Dazu wiederum einige Stimmen im Originalton:

 

Abbau von Vorurteilen durch Begegnung

In ihren Rückmeldungen betonen die Schülerinnen und Schüler weiter, dass sie durch die persönlichen Begegnungen mit Menschen anderer Religionen viele Vorurteile abbauen konnten:

 

Schlussfolgerungen

Aufgrund der Rückmeldungen von Seiten der Schülerinnen und Schüler lässt sich wohl schliessen, dass zahlreiche der zu Beginn formulierten Projektziele umgesetzt werden konnten. Das Projekt wurde für die Beteiligten insgesamt zu einer wertvollen Erfahrung, die noch lange in Erinnerung bleiben wird. Zudem erwiesen sich zahlreiche der hergestellten Kurzfilme als geeignete Dokumente, die später auch in anderen Klassen einen idealen Anstoss für Diskussionen rund um das Thema der Weltreligionen geben können.

Schwierigkeiten ergaben sich beim Projekt vor allem durch den zeitlich zu engen Rahmen, der zur Verfügung stand: Für die eigentlichen Dreh- und Schnittarbeiten konnten im Rahmen des regulären Unterrichts nur etwa acht bis zehn Stunden eingesetzt werden. Die Erfahrung zeigte indessen, dass für den Filmschnitt in der Regel doppelt so viele Stunden benötigt wurden, so dass die meisten Gruppen einen beträchtlichen Teil ihrer Freizeit für die Realisierung des Films einsetzen mussten.
Diese zeitlichen Probleme liessen sich bei einem künftigen Projekt indessen dahingehend lösen, dass die Herstellung des Films im Rahmen einer Projektwoche oder in einer intensiveren fächerübergreifenden Zusammenarbeit (Bildnerisches Gestalten, Deutsch/Medienpädagogik, etc.) durchgeführt würde.
Leider konnten beim vorliegenden Projekt auch die weiterführenden Schritte nach der Fertigstellung der einzelnen Kurzfilme zu wenig ausgeschöpft werden, da am Schluss zu wenig Zeit übrig blieb. Die zum Teil sehr intensiven Diskussionen nach der Präsentation der Filme zeigten indessen, dass gerade hier ein bedeutsames Potential vorhanden wäre: Auf der «Metaebene» könnten zahlreiche Erfahrungen aus den Schülerarbeiten zweifellos noch weiter reflektiert und zum eigenen Glauben in Beziehung gesetzt werden. An konkreten Ansatzpunkten zu einem echten Dialog zwischen dem Christentum und anderen Religionen dürfte es nach den intensiven Erfahrungen im Rahmen des Filmprojektes kaum fehlen!